LUITPOLD-GYMSASIUM

Modellbau (Film)

Prähistor. Sammlung

Zeichnungen

© 2001

Unterrichtsgang zur Prähistorischen Sammlung mit Schülern der 6. Klasse
Eine Reise in der Schuhschachtel nach Ägypten

Unterrichtsprojekt in der Jahrgangsstufe 6

Vorüberlegungen: 

"Entdecker und Ausgräber" schreibt der Lehrplan Kunsterziehung als Motto für die 6. Jahrgangsstufe. Begleitend zum ersten Jahr Geschichtsunterricht sollen die Kinder sich im Kunstunterricht eher spielerisch dem Erbe der alten Kulturen nähern. Also steht hier zunächst einmal nicht die Stilgeschichte, wie z. B. die ehemals von Kunsterziehern in diesem Zusammenhang gerne bemühten Säulenordnungen griechischer und römischer Tempel auf dem Programm, sondern eher ein erstes Eintauchen in die faszinierende Welt, die uns die Entdecker und Ausgräber entschlüsseln. Die Kinder, nicht nur die Buben, bringen eine natürliche Neugier gegenüber alldem mit, was mit Entdeckungen zu tun hat. Diese Faszination macht sich der Lehrplan zu Nutze.Fast jeder Schüler kennt in diesem Alter die Geschichte der Entdeckung der Grabkammer Tut-Anch-Amuns durch Howard Carter. Die Geschichtsbücher der 6. Klassen beschreiben diese Entdeckung anschaulich. Derartiges Material diente bei unserem Projekt der Einstimmung. Die Schüler sollten sich in die Lage eines Entdeckers versetzen, der zum ersten Mal nach über zwei Jahrtausenden eine überreich ausgestattete Grabkammer öffnet und so wie damals Carter von seinen Gefährten hinter ihm gefragt wird, was er sehe. Carters Antwort ist durch Zeugen überliefert. Er sagte mit kaum vernehmbarer Stimme: "wunderbare Dinge". Dieser Satz sollte beim ersten Blick unserer Grabkammern ebenso treffend sein. 

Die Schuhkartons:
Jeweils zwei Schüler bearbeiteten in Partnerarbeit einen einfachen, nicht zu großen Schukarton. Zunächst galt es einmal drei Seitenwände mit Wandmalereien zu gestalten. In eine Schmalseite schnitten die Schüler ein Loch, durch das die Kammer betrachtet werden soll, so daß deren Ausschmückung entfiel. Bei dieser Gelegenheit lernten die Schüler, was eine Abwicklung ist, da die Wände auf einfaches, weißes Zeichenpapier übertragen wurden. Jede Gruppe suchte sich Vorlagen aus Büchern, die sie teilweise von zu Hause mitbrachten. Die Qualität und Fülle dieser Vorlagen bestätigte das Interesse, das die Kinder dem Thema entgegenbringen. Wir legten uns bei der Gestaltung nicht unbedingt auf die ägyptische Kultur fest. Eine Gruppe entschloß sich dazu, das Urwaldgrab einer Mayakultur zu gestalten. Interessant war dabei die Idee, daß zu dem Grab steile Treppen hinaufführen sollten und das Loch an der Unterseite der Schachtel liegen sollte. Eine waghalsige Konstruktion, die die beiden Schüler trotz aller Widerstände in die Tat umsetzten (im Film ist dieses Grab kurz zu sehen).Eine andere Gruppe gestaltete ein Etruskergrab mit entsprechenden Wandmalereien nach Vorbildern aus Tarquinia. 
Nach der Gestaltung der Wände, die mit heißem Wachs, Kaffee und Tee, sowie Staub und anderen Materialien rascher verwittert wurden, ging es an die Inneneinrichtung. Das beliebteste Material war in diesem Zusammenhang Styropor, das mit einem heißen Draht zurechtgeschnitten wurde. Auch Plastilin und andere Modelliermassen, Sand, Steine und alle möglichen Kleinteile wurden im Laufe der Arbeit von den Schülern in die Kammern hineingestellt. Das Styropor wurde mit Filzstiften kräftig bemalt, was bei neutraler Beleuchtung alles andere als antik aussieht. Erst die Spezialeffekte der Beleuchtung durch eine Öffnung im Deckel der Schachteln, die einige Schüler mit farbiger Folie beklebten, brachten bei den nachfolgenden Filmaufnahmen eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre.