| Luitpold-Gymnasium München Leistungskurs Kunsterziehung |
| Wilhelmine von Cotta
Gottlieb Schick (1776-1812) 1802, Öl auf Leinwand, 132 x 140cm, Stuttgart, Staatsgalerie von Bea Bühler,Jahrgangsstufe 12 |
| Den ersten Eindruck, den ich hatte, als ich das Bild betrachtete,würde ich mit den Wörtern Ruhe, Harmonie,Zufriedenheit, Idylle und Träumerei beschreiben.Die golden schillernden Sonnenstrahlen im Hintergrund und die Position der Frau lassen darauf schließen, dass Wilhelmine Cotta sich nach einem Nachmittagsspaziergang ausruht. In ihrem Gesichtsausdruck spiegelt sich Zufriedenheit und Sanftmut. Sie scheint etwas mit einem leichten Lächeln zu beobachten, was sie interressiert verfolgt. Trotz ihrer damenhaften eleganten Pose habe ich den Eindruck, dass sie sich unbeobachtet fühlt, da sie sehr entspannt und ausgeglichen wirkt. Was mich besonders anspricht, ist die Zartheit dieser Frau und ihr - vielleicht verborgener - sehnsüchtiger, gutmütiger Blick. |
| Die Bildfläche ist in vier Zonen einteilbar. Die Bäume im Hintergrund links, die Bäume hinter der Frau, die Frau selbst auf ihrer Sitzgelegenheit und der Grund. Die Helligkeit von Haut und Kleid steht in Kontrast zum Umfeld. Für die Darstellung von Figur und Accessoir verwendet Schick überwiegend kühlere Farben, im Hintergrund und Boden sind warme Grün- und Brauntöne zu sehen, was die Figur deutlich von ihrer Umgebung hervortreten läßt, wodurch Klarheit und Übersichtlichkeit entsteht. Im rechten oberen Bildbereich, für das Tuch, für den Sonnenschirm und der linken mittleren Bildhälfte hat Schick dunklere Farben verwendet. Der Himmel, nur in zwei kleinen Bildfenstern der linken Seite sichtbar, ist hell und hat fast des Kleids. | ![]() |
| IDurch einige Überschneidungen erreicht Schick eine Tiefenstaffelung. Die Tiefe im Vordergrund wird durch die fluchtperspektivische Darstellung von Geländer und Quader erzeugt, durch Größenunterschiede und den fensterartigen Ausblick entsteht Tiefe im Hintergrund . Das Bild erscheint durch die Trennung von Grund und Figur und die Einteilung in verschiedene Zonen übersichtlich. Der rechte und linke Arm liegen vor dem Körper, Hüfte und Oberschenkel verdecken teilweise die Accessoires. Der Oberkörper der Portraitierten und ihre Accessoires verdecken wiederum Teile der Landschaft. Die Baumzone hinter der Frau überschneidet Teile des Pappelwäldchens der linken Bildhälfte. Die Landschaft wird links und rechts durch Bäume gerahmt. Die idyllische Landschaft ist ein geeigneter Hintergrund für die Frau, da sie miteinander harmonisierend wirken. Die atmosphärische Schilderung des Lichts erinnert an romantische Landschaftsmalerei. Entsprechend wirkt die träumerische Darstellung der Frau. Ihre Haut wirkt rein und weich, was durch eine Helldunkel - Modellierung plastisch herausgearbeitet ist. Die geschwungenen Linienbündel mit unterschiedlichen Richtungstendenzen des Kleides stehen den festen Horizontal- und Vertikalachsen des Grundes ( Bäume, Flußufer, Landschaft ) als statisches Liniengerüst entgegen. |
Durch die Verwendung von warmen Farben
auf der linken Bildseite wird der Eindruck einer idyllischen Landschaft
unterstützt, wohingegen auf der rechten Seite für das Gewächs
vor allem kräftige und dunkle Farben verwendet werden. Durch die warmen,
weichen Töne der Landschaft vermutet man einen lauen Frühlingsnachmittag.
In dem Teich hat Schick goldene Reflektionen verwendet , was die Wiederspieglung
der Sonnenstrahlen zeigt. Durch diese Reflexionen bekommt das Bild eine
weiche, warme Atmosphäre.
Die
helle Hautfarbe der Frau und ihr Kleid stehen in starkem Kontrast
zum schwarzen Haar und dem Rest des Umfeldes. Weiß und Schwarz -
ein klassischer Kontrast für Feierlichkeit, Sonntag, Reinheit. Für
die Figur wurden überwiegend kühle Farben verwendet, die im Gegensatz
zu den warmen Tönen des Hintergrundes und des Bodens stehen. Im Bild
dominierend ist der Farbdreiklang
Rot - Grün - Weiß. Das erinnert an Italien und Caprese: Tomaten, Basilikum und Mozarella. Ist sie vielleicht Italienerin oder teilt sie die Leidenschaft des Klassizisten Schick für die römische Kultur? Das Rot des Tuches und das Grün des Schirmes besitzen die stärkste Intensität des Bildes , da diese sich am deutlichsten von dem getrübten Grün und dem Ocker des Hintergrundes und des Bodens abheben. Schick malte das Bild offensichtlich in Lasurtechnick. Hat aber wohl verschiedene Technicken angewandt, da er verschiedene Oberflächen und Materialien sichtbar machen will. |
| Dargestellt ist eine junge Frau, die sich
auf einem Quader ausruht und einen lauen Sommernachmittag genießt.
Sie ist umgeben von einer idyllischen Auenlandschaft.
Durch ihre Kleidung und ihre Accessoires wird ihr sozialer Status, der einer Adeligen (sieht man auch an ihrem Namen) deutlich. |
| Literatur: |