Die Ausbildungspläne für die Seminarausbildung am Gymnasium in Bayern
Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung München ISB November 1992

Dies ist eine Abschrift, keine amtliche Veröffentlichung!
KUNSTERZIEHUNG

Inhaltsverzeichnis

1      Vorbemerkung
2      Ausbildungsziele und -Inhalte
2.1   Ausbildung im Fachseminar
2.2   Selbstverständnis des Kunsterziehers
2.3   Beitrag der Kunsterziehung zum erzieherischen Auftrag des Gymnasiums
2.4   Das Fach Kunsterziehung und das Schulleben
2.5   Lehrplan
2.6   Planung und Gestaltung des Kunstunterrichts
2.7   Medien im Kunstunterricht
2.8   Feststellung des Lemfortschritts
2.9   Theorie und spezielle Aufgaben des Kunstunterrichts
3      Vorschlag für die drei Ausbildungsabschnitte

l  Vorbemerknng
Der vorliegende Ausbildungsplan für Kunsterziehung gibt den Studienseminaren dieses Faches eine gemeinsame Arbeitsgrundlage. In ihm werden die in den  2, 7, 18 und 19 der Zulassungs- und Ausbildungsordnung fiir das Lehramt an Gymnasien (ZALG) allgemein umschriebenen Formen der Ausbildung auf die besonderen Aufgaben und Inhalte des Faches Kunsterziehung bezogen. Er soll dazu beitragen, eine mglichst gleichartige und gleichwertige Ausbildung sicherzustellen.

Der Ausbildungsplan ist in zwei Teile gegliedert.

- Ein systematischer Katalog von Zielen und Inhalten macht Schwerpunkte der Ausbildung erkennbar, wie sie dem begrenzten Zeitraum der Ausbildung, der Tätigkeit der Seminarteilnehmer und ihren in der Unterrichtspraxis gewonnenen Erfahrungen entsprechen.
- Ein Vorschlag für die drei Ausbildungsabschnitte führt Inhalte an, mit deren Hilfe die Seminarteilnehmer befähigt werden sollen, die von ihnen frühzeitig geforderte selbständige Unterrichtsarbeit erfolgreich zu bewältigen.

Im ersten Ausbildungsabschnitt müssen die Seminarteilnehmer mit Methoden der Unterrichtsführung und des Umgangs mit Schülern vertraut gemacht werden. Dabei wirken die allgemeinen Fächer und die fachspezifische Ausbildung zusammen. Eine schulinterne Absprache zwischen den Seminarlehrem hierüber soll angestrebt werden (vgl.  9 Absatz 3 ZALG).

Für die ganze Ausbildungszeit sind mindestens 60 Fachsitzungen von je 90 Minuten Dauer vorgesehen. Bei der Festlegung der Reihenfolge der Fachsitzungsthemen sind die Erfordernisse einer systematischen Ausbildung, die Vorbereitung der Studienreferendare auf die Anforderungen des Unterrichts an der Einsatzschule und die jeweiligen Ausbildungsgegebenheiten der Seminarschule aufeinander abzustimmen.

Es ist besonders ergiebig, ein Thema aufzugreifen, wenn ein möglichst enger Bezug zur Unterrichtspraxis hergestellt werden kann. Bei Hörstunden, Hospitationen und in den Fachsitzungen kommt dem Prinzip des Exemplarischen große Bedeutung zu. Beobachtungen und Erfahrungen aus dem besuchten oder eigenen Unterricht liefern Anschauungsmaterial und eine konkrete Grundlage für eine realitätsbezogene Betrachtung fachdidaktischer Theorien und Konzepte.

Sehr wichtig für die gesamte Ausbildung ist die eigene Tätigkeit der Studienreferendare. Stets ist zu berücksichtigen, daß sie auf der Suche nach einer Gestaltung der Lehrerrolle sind, die ihrer Persönlichkeit entspricht. Ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist deshalb das individuelle Gespräch mit den Studienreferendaren.

Gerade das Kiemgruppensewminar bietet günstige Bedingungen für die kontinuierliche Beobachtung und persönliche Betreuung. Um eine gute Zusammenarbeit zwischen Seminarlehrem und Seminarteilnehmern zu gewährleisten, sollte die Rolle der Seminarlehrer als Ausbilder, Berater und Prüfer gemeinsam mit dem Seminar reflektiert werden.

2 Allsbildungziele und -inhalte
Die aufgeführten Ziele und Inhalte beschreiben Kenntnisse, Fähigkeiten, Einsichten und Haltungen, die zu einer verantwortlichen Ausübung des Kunsterzieherberufes am Gymnasium erforderlich sind. Nicht alle aufgeführten Inhalte sind im Studienseminar ausführlich zu behandeln. Zum Teil kann vorausgesetzt werden, da sie den Seminarteilnehmern vom Studium her bekannt sind. Sie werden in der Seminarausbildung zur Vertiefung der Unterrichtspraxis soweit möglich herangezogen. Grundsätzlich hat die Ausbildung an der Hochschule die wissenschaftliche bzw. künstlerische Grundlegung, die hierauf aufbauende Ausbildung im Studienseminar die Einübung und Reflexion der beruflichen Praxis zu leisten. Da die Studienreferendare ihren Vorbereitungsdienst mit unterschiedlichem Kenntnisstand beginnen, ist eine Feststellung der Vorkenntnisse, auf denen aufgebaut werden kann, Voraussetzung für eine sinnvolle Verknüpfung beider Phasen.

2.1     Ausbildung im Fachseminar
2.1.1    Zielsetzungen des Fachseminars und Ausbildungsbestimmungen

- Zielsetzung, Organisation und Ablauf des Studiensemmars
- Prüfungsordnung (LPO II); Ausbildungsordnung (ZALG)
-  Richtlinien für die Beurteilung der Studienreferendare
2.1.2   Aufgaben der Seminarteilnehmer
- Teilnahme und Mitwirkung an den Fachsitzungen
- Anfertigen von Niederschriften ber die Fachsitzungen
- Hospitationen bei den Seminarlehrern und in anderen Fächern; kritische Beobachtung und Reflexion dieser    Hörstunden
- Vorbereitung, Durchführung und kritische Reflexion von Lehrversuchen und des eigenen Unterrichts
- Teilnahme an fachspezifischen Veranstaltungen
- Durchfhrung fachspezifischer Organisationsaufgaben wie Beschaffung von Arbeits- und Demonstrationsmaterial, Gestaltung von Ausstellungen, Betreuung der Dia-Sammlung, Wartung der Werkzeugschränke
- Durchführung und Beschreibung eigener fachdidaktischer und fachmethodischer Untersuchungen im Rahmen der schriftlichen Hausarbeit
2.2     Selbstverständnis des Kunsterziehers

2.2.1    Rolle des Kunsterziehers in der Schule

- der Kunsterzieher zugleich Künstler und Lehrer
- im Spannungsverhältnis zwischen der Freiheit der Kunst und den Normen des Schullebens
-  als Vermittler der bildnerischen Sprache, einer allgemein-kulturellen Bildung sowie einer auf sinnlicher Wahrnehmung basierenden Weltsicht
2.2.2   Qualifikationen des Kunsterziehers
-  künstlerische und fachliche Kompetenz
- Kenntnis fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Literatur
- Vertrautheit mit Phnomenen der Kreativität und Gestaltung
- Bereitschaft zum eigenen Gestalten und zur Fortbildung
2.2.3    Fachlicher und pädagogischer Anspruch
- Vermittlung von bildender Kunst als Mittel des Ausdrucks, der Darstellung und Gestaltung, der Kommunikation und Argumentation, der Erkenntnis und Interpretation
- Vermittlung von Kunst und Kunstgeschichte auf der Grundlage von Vertrautheit mit künstlerischen Werken und deren Wertschätzung
- Wecken des ästhetischen Empfindens durch unmittelbare sinnenhafte Erfahrung
- Auseinandersetzung mit außerschulischen Rezeptionsweisen der Jugendlichen (Massenmedien)
- Förderung europäischen Bewutseins durch das Aufzeigen der gemeinsamen Grundlagen des europäischen Denkens
2.2.4   Bildungs- und Wirkungsmöglichkeiten außerhalb der Schule, z. B.
- Zusammenarbeit mit dem Institut für Film und Bild (FWU) und den Museumspädagogischen Zentren (MPZ München, KPZ Nürnberg)
-  aktive oder passive Teilnahme an Veranstaltungen der Kunstakademien, an den Instituten für Lehrerfortbildung, an Kursen der Volkshochschule oder anderen Einrichtungen der Erwachsenenbildung
-  Mitarbeit in Kindermalschulen
-  aktive oder passive Mitarbeit in Kunstvereinen und Berufsverbänden
- Teilnahme an Studienreisen
2.3   Beitrag der Kunsterziehung zum erzieherischen Auftrag des Gymnasiums
- Erkennen der Probleme und typischen Verhaltensweisen der Schüler in den verschiedenen Altersstufen
-  Aufgeschlossenheit für die Erlebnis- und Vorstellungswelt der Schüler (Lebensprobleme, Werturteil)
- Verhalten vor der Klasse und im Umgang mit einzelnen Schülern (Zusammenarbeit mit den Seminarlehrern für Pädagogik und Pädagogische Psychologie)
- Verhalten bei Disziplinschwierigkeiten
-  Gestalten eines persönlichen Verhältnisses zwischen Lehrern und Schülern
- Förderung fächerbergreifender Zusammenarbeit
2.4    Das Fach Kunsterziehung und das Schulleben
-  Organisation von Ausstellungen
- Mitarbeit bei Schulfeiern und beim Schulspiel
- Mitarbeit bei der Gestaltung von Programmen und Jahresberichten


2.5     Lehrplan

-  die vier Ebenen des Lehrplans
-  die Zielsetzungen und Fachinhalte des Lehrplans in den einzelnen Jahrgangsstufen
-  die besonderen Bedingungen der Kunsterziehung am Musischen Gymnasium
-  Ziele und Inhalte des Lehrplans von Partnerfchern wie Musik, Deutsch, Geschichte, Religionslehre, Sozialkunde
-  fächerbergreifende Zielsetzungen
-  Abstimmen von Unterrichtseinheiten der Kunsterziehung mit denen anderer Fächer
2.6     Planung, Gestaltung nnd Auswertung des Kunstunterrichts

2.6.1    Aspekte der Unterrichtsplanung

-  Auswahl geeigneter Inhalte, Methoden, Medien und Materialien
-  Vertrautheit mit dem Unterrichtsstoff und den Bedingungen der praktischen Aufgabenstellung
-  Berücksichtigung der Altersstufe, der Fähigkeiten, des Kenntnisstandes und der Interessen der Schüler
-  Einplanung von Bewertungskriterien
-  Ausgewogenheit von Einführung und praktischer Arbeit
-  Einplanung von motivierenden Elementen
-  Einschätzung des Zeitbedarfs bei der Realisierung eines Stundenkonzepts und bei einer längeren Unterrichtseinheit
-  Verteilen von Lernzielen und Lerninhalten auf ein Schuljahr
2.6.2   Formen der Unterrichtsgestaltung kennen und sie anwenden können
- Ablauf einer Unterrichtsstunde: Organisation; Anknüpfung, Wiederholung, Darbietung, Zusammenfassung, Einzelförderung
- Anwendung verschiedener Unterrichtsverfahren: induktive und deduktive Erarbeitung; Darlegung an Beispielen; sinnvoller Wechsel der Verfahren
- Formen des Frontalunterrichts: Lehrervortrag; Lehrgespräch, Unterrichtsgespräch; Fragetechnik, Eingehen auf Schülerfragen und Schülerantworten
- Formen des Arbeitsunterrichts: Gemeinschaftsarbeit; arbeitsgleiche und arbeitsteilige Gruppenarbeit; Probleme der Gruppengröße und Gruppenzusammensetzung; Auswertung der Arbeitsergebnisse
- Vorbereitung und Durchführung von Diskussionen und Debatten
- Anregung und Anleitung der Schüler zu selbständigen Referaten, Skizzen, Erhebungen und Studien
- Sonderformen der Unterrichtsgestaltung: Spiel im Unterricht; Teamteaching
- Planung und Durchführung eines Unterrichtsprojekts (besonders im Rahmen des Leistungskurses der Kursphase der Oberstufe)
- Vorbereitung und Durchführung von Museums- und Ausstellungsbesuchen, von Studienfahrten und Schullandheimaufenthalten
2.6.3    Reflexion der Unterrichtspraxis
-  Kriterien fr die Beurteilung und Bewertung einer Unterrichtsstunde: Lernzielauswahl; fachliche Fundiertheit; altersgemäße und motivierende Auswahl der Aufgabe oder des Lerninhalts; kritische Reflexion der verwendeten Unterrichtsverfahren; Wirksamkeit der Einzelförderung; Bewertung und Benotung
-  häufige Fehler bei der Planung und Durchfhrung einer Kunsterziehungsstunde: ungeeignetes Thema; stoffliche Überfrachtung; ungenügende Motivation; Überlänge der Einführung in das Thema; Gliederungsmängel; Verwendung ungeeigneter Beispiele und Medien; mangelhafte Fragetechnik;Schwächen in Sprache oder Stimme;
Über- bzw. Unterforderung der Schüler
2.6.4   Schülerbeobachtung und Eltemberatung
- Behebung oder Milderung individueller Leistungsschwierigkeiten
- Förderung spezieller Begabungen
- Beratung der Eltern ber Zielsetzungen und Verfahrensweisen des gymnasialen Kunsterziehungsunterrichts
- Beratung der Eltern bei individuellen Leistungsschwierigkeiten von Schülern
- Beratung von Schülern der Jahrgangsstufe II bei der Kurswahl für die Kursphase der Oberstufe
2.7     Medien im Kunstunterricht
- Handhabung der wichtigsten Arbeitsmittel für Zeichnen, Malen, Drucken, Plastisches Gestalten, Werken und Technisches Zeichnen in der Schule
- Verwendung von Tafel und Folien: Gestaltung von Anschrift und Skizze; Handhabung des Tageslichtprojektors
- Umgang mit Diaprojektor und Episkop
- Handhabung von Photo-, Film- und Videogeräten (nach Möglichkeit)
- Einsatz von Dias, Kunstdrucken, Photographien, Bildmaterial
aus Büchern, Filmen und Videobändern
- Arbeit mit dem Lehrbuch und mit ausgewählten Texten
2.8     Feststellung des Lernfortschritts
- Bestimmung der GSO über die Benotung im Fach Kunsterziehung: Gewichtung der Einzelnoten; Verhältnis von praktischen und schriftlichen Unterrichtsbeiträgen; mündliche Noten; Zeugnisnote
- Hinweise und Erläuterungen des Kultusministeriums zur Reifeprüfung
- Beschlüsse der Kultusministerkonferenz über die "Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Bildende Kunst" (EPA)
-  Erstellen von bewertbaren praktischen Aufgaben
-  Kriterien für die Beurteilung und Benotung von praktischen Schülerarbeiten: formale, kreative, pädagogische Aspekte; Probleme der Benotung
- Erstellung von schriftlichen Aufgaben als Stegreifaufgaben, Kurzarbeiten und Schulaufgaben; stoffliche und zeitliche Begrenzung; Schwierigkeitsgrad
- Normen der Benotung: Bewertungsschema, Schlüssel für die Umsetzung von Noten, Bewertungseinheiten (BE) und Punkte; Transparenz von Korrektur und Benotung
- Formen der mündlichen Leistungserhebung: Unterrichtsbeiträge, Rechenschaftsablagen) Schülerreferate
2.9     Theorie und spezielle Aufgaben des Kunsterziehungsunterrichts

2.9.1    Ziele des Faches

- Ansätze zu Theorien der Kunsterziehung
-  didaktische Modelle der Kunsterziehung: z. B. Musische Kunsterziehung, Werkerziehung, Kunstunterricht, Visuelle Kommunikation, Ästhetische Erziehung, Spielpädagogik
-  Kreativittästheorie
2.9.2   Überblick über die historische Entwicklung der Kunsterziehung
- Anfänge in der Antike, im Mittelalter und an den Akademien
des 16. Jahrhunderts
- der Zeichenunterricht des 19. Jahrhunderts
-  die Kunsterziehungsbewegung und die Kunsterziehungstagungen
2.9.3    Lern- und entwicklungspsychologische Voraussetzungen für die Unterrichtsgestaltung
- die Entwicklung des kindlichen Gestaltens
-  die Bedeutung des affektiven Bereichs für die Unterrichtsgestaltung in den verschiedenen Altersstufen
- das Prinzip der Anschaulichkeit
- aufbauender und analysierender Unterricht in der Mittelstufe; Berücksichtigung der Problemorientierung und Diskussionsbereitschaft der Schüler
- Hinführung der Schüler zu wissenschaftspropdeutischem Arbeiten, zu kritischer Fragestellung und zu Ansätzen einer eigenen Bildsprache in der Kursphase der Oberstufe
2.9.4   Überblick über die Fachliteratur
- die  für  eine  erfolgreiche  Unterrichtsgestaltung wichtige  Standardliteratur (Pflichtlektüre)
-  kritische Analyse und Prüfung angebotener Lern- und Unterrichtsmittel: Diareihen, Fachzeitschriften, Kunstdrucke, lernmittelfreie Bcher, Arbeitsgerte, Arbeitsmaterialien
- Möglichkeiten der Beschaffung fachspezifischer Materialien von Behörden, Institutionen und Firmen
2.9.5    Didaktische Voraussetzungen für die Unterrichtsgestaltung in den verschiedenen Lernbereichen des Faches
- Zeichnen, Malen, Drucken, Plastisches Gestalten
-  Schrift
-  Kunstgeschichte, Kunstbetrachtung
- Architektur
- Denkmalpflege
- Werken
- Technisches Zeichnen (Gebundenes Sachzeichnen)
- Photographie, Film, Videographie
-  Schulspiel
3 Vorschlag für die drei Ausbildungsabschnitte

Im ersten Ausbildungsabschnitt kommt es besonders darauf an, daß die Studienreferendare
-  die Hörstunden verständig verfolgen,
- Lehrversuche sachgemäß planen und durchführen und im zusammenhängenden Unterricht Sicherheit gewinnen.
Sie sind überdies
- auf die l. Prüfungslehrprobe und
- auf die umfangreichen Aufgaben des zweiten Ausbildungsabschnittes vorzubereiten.

Wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit werden in den wöchentlichen Fachsitzungen (in der Regel 180 Minuten) die Ziele und Inhalte des Ausbildungsplanes zu behandeln sein, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Unterrichtspraxis stehen und der Vorbereitung auf den zusammenhängenden bzw. eigenverantwortlichen Unterricht im ersten und zweiten Ausbildungsabschnitt dienen.
Die folgenden Themen müssen im Laufe des ersten Ausbildungsabschnitts behandelt werden. Eine zeitliche Reihenfolge ist nicht vorgegeben. Die Hinweise auf die praktischen Ausbildungsabschnitte sind kursiv geschrieben.

1.   Einführung in die Arbeitsbedingungen des Studienseminars und der Seminarschule (Niederschriften, Unterrichtszeiten, Stundenpläne, Fachräume)

Hörstunden bei den Seminarlehrern

2.  Verlauf der Seminarausbildung; Aufgaben der Seminarteilnehmer; Prüfungsordnung, Ausbildungsordnung; Richtlinien für  dieBeurteilung der Studienreferendare
3.   Diskussion eigener Vorstellungen der Seminarteilnehmer zum Fach Kunsterziehung
4.   Zielsetzungen und Fachbereiche der Kunsterziehung
5.   Lehrplan: Überblick über die Schwerpunktsetzungen in den einzelnen Jahrgangsstufen

Hospitationstage in anderen Fächern

6.   Planung und Verlauf einer Unterrichtsstunde; schriftliche Unterrichts-
vorbereitung
7.   Formen der Unterrichtsgestaltung
8.   Das Lehrgespräch
9.   Unterrichtsmittel und Medien
10. Die Entwicklung des bildnerischen Gestaltens beim Kind und beim Jugendlichen

Einrichtung von festen Sprechstunden für die Studienreferendare

11. Beurteilung und Benotung von Schülerarbeiten
12. Unterrichtssequenzen für Klassen der Unterstufe

Lehrversuche

13. Unterrichtssequenzen für Klassen der Mittelstufe
14. Unterrichtsstörungen
15. Struktur und Arbeitsformen in der Kursphase der Oberstufe
16. Unterrichtsprogramme für die Kollegstufe

Selbständiger Unterricht in verschiedenen Altersstufen

17. Leistungsbewertung in der Kursphase der Oberstufe
18. Erstellung und Korrektur von schriftlichen Aufgaben
19. Werken im Kunsterziehungsunterricht und als Wahlfach
20. Technisches Zeichnen

Lehrproben

21. Probleme der Kunstgeschichte und der Kunstbetrachtung
22. Kunstbetrachtung in den einzelnen Klassenstufen
23. Kunsterziehung und Museum; Museumspädagogik
24. Fachliteratur/Fachzeitschriften

Prüfungflehrproben

25. Themenbereiche für die schriftliche Hausarbeit; Hinweise zur Bearbeitung und Bewertung
26. Hinweise für die Einsatzschule
Im zweiten Ausbildungsabschnitt bilden die Erfahrungsberichte der Studienreferendare über ihre Tätigkeit an den Einsatzschulen und mitgebrachte Schülerarbeiten eine wichtige Gesprächsgrundlage an den zehn Seminartagen. Daneben sind vordringliche Themen die Vorbesprechung der schriftlichen Hausarbeit und die Organisation der 2. Prüfungslehrprobe. Nach Möglichkeit sollte auch die Behandlung von speziellen Themen systematisch weitergeführt werden.

Im dritten Ausbildungsabschnitt werden neben fortlaufender Wiederholung und Vertiefung vor allem jene Ausbildungsinhalte angesprochen, die im begrenzten Zeitraum des ersten und zweiten Abschnittes nur oberflächlich behandelt werden konnten. Referate der Seminarteilnehmer und Diskussionen gewinnen an Bedeutung. Auch gemeinsame Exkursionen sind jetzt leichter durchzuführen, vor allem nach der Abschlußprüfung.